Als ich letztens für die Mathe-Klausur lernen musste, stand ich vor einer schier unlösbaren Aufgabe: Wie schaffe ich so viel Stoff in 3 Wochen? Mir war klar, dass ich ohne eine vernünftige Lerntechnik nicht weit kommen würde. Darum beschloss ich auszuprobieren, wie es sich mit der Pomodoro-Technik lernt - mit Erfolg! Noch nie im Leben habe ich so viel so gut gelernt!
Für alle, die die Pomodoro-Technik noch nicht kennen, möchte ich diese kurz erläutern. Stellt man sich vor, man hat eine große Aufgabe zu bewältigen, zum Beispiel das Lernen aller Themen für eine Mathe-Klausur, so gibt es doch einige, die schon, angesichts der schieren Größe derer, anfangen zu verzweifeln. Dann fängt man das Problem an zu schieben (sog. Prokrastination) und letztendlich schafft man gar nichts.
Die Lösung zur Bewältigung besteht darin, die Aufgabe in kleine, übersichtliche Teilaufgaben zu zerlegen. Die Bearbeitung einer Teilaufgabe erfolgt dann in einem Block von 25 Minuten. Diesen Block nennt man (das) Pomodoro. Ein Beispiel für eine Teilaufgabe ist etwa: "Ich lerne jetzt, wie man Matrizen invertiert."
Nun folgt eine Pause. Die Pause dauert 5 Minuten kann dazu genutzt werden, Kaffee zu holen, etwas zu essen und sich über sein weiteres Vorgehen klar zu werden. Man schreibt sich also auf, was man im nächsten Pomodoro tun/schafften möchte. Zum Beispiel könnte man überlegen, sich nach der Invertierung von Matrizen die Funktionsweise des Basiswechsels anzusehen. Dies bewältigt man dann im nächsten Pomodoro. Wenn dazu ein Pomodoro nicht reicht, wird einfach ein weiteres dazu genommen, bis die Aufgabe erledigt ist.
Sollte man feststellen, dass man für die selbe Aufgabe viele, viele Pomodoros braucht, macht man logischerweise etwas falsch.
Nach 4 Pomodoros legt man dann eine längere Pause von 20 Minuten ein, um sich wieder zu fokussieren und konzentriert weiter arbeiten zu können. So wird einem auch bewusst, dass man ja während der ganzen Lernzeit kaum was gegessen hat und dass man ziemlich unterzuckert ist. Wenn man den Lernfluss nicht so sehr unterbrechen möchte, kann man ein Pomodoro auch auf 40 Minuten verlängern - manchmal sitzt man tief in der Materie und möchte einfach nicht vom Wecker rausgerissen werden.
Apropos rausreißen: Wird man während des Pomodoro, zum Beispiel durch einen Anruf auf dem Handy, gestört, so ist es kaputt oder zerbrochen - die Konzentration während des Pomodoro ist dann einfach weg. Man muss dann das Pomodoro unterbrechen und wieder von neu anfangen. Am Ende des Tages kann man dann eine Statistik aufstellen, wie viele Pomodoros man geschafft hat und wie viele zerbrochen ist. Das motiviert einen dazu, am nächsten Tag weiter zu arbeiten und sich nicht zu sehr ablenken zu lassen.
Durch dieses Vorgehen ist mein Studium wesentlich leichter geworden. Es gibt verschiedene Apps für Android(z.B. Pomodroido) auch wenn meiner Erfahrung nach ein normaler Kurzzeitwecker - passend zu Ostern auch Eieruhr genannt - am besten geeignet ist. Ein Smartphone, Tablet oder PC lenkt einfach zu sehr vom lernen ab.
Die Mathe-Klausur lief dank der Pomodoro-Technik übrigens hervorragend. Schade, dass es in der Klausur nicht geht. Die Mitstudenten würden einen töten, wenn alle 25 Minuten die Eieruhr klingelt. Man sollte das doch glatt mal einführen, das hebt den Klausurschnitt sicherlich erheblich!
Der Name Pomodoro stammt übrigens von den Kurzzeitweckern in Form einer Tomate.
welche note haste denn bekommen in mafi?